Über die Grenzen…

Polit-Kolumne
Die Basler werden bald mit dem Tram in Weil einkaufen, und die Weiler im Gegenzug auf der Zollfreien nach Lörrach und zurück brausen können, während sich Frankreich noch etwas ziert. Reicht das, um auch die Grenzen in den Köpfen aufzuweichen und mehr zueinander zu kommen?
Einige Politiker von hüben wie drüben haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt und sehen den Rhein sogar als Lärm- und Gesetzesgrenze, wie der leide Streit beim neuen Hafen um die lärmige Schrottanlage zeigt. Jedoch sind die Grenzen oft noch enger gesteckt und sitzen tief in den Köpfen.
Warum wohl erzählt mir ein weitgereister und gebildeter Herr vom Gellert, nicht ohne Stolz, dass er noch nie im Kleinbasel war und das auch nicht zu ändern gedenke?
Es sind also mehr als Tramlinien, Personenfreizügigkeiten und triregionale Gespräche nötig, um die starren Grenzen in den Köpfen etwas aufzuweichen. Wie schwierig das sein wird, zeigt ein aktuelles Beispiel aus einer Basler SP-Sektion. Da wurden doch tatsächlich bei einer Diskussion um Emissionen nur Schweizer Werte und Zahlen berücksichtigt. Wie wenn im Norden von Basel der grosse Atlantik anfangen würde. Die beschämende weisse Fläche zeugte von einer tiefen Ignoranz. Die gleiche Statistik tauchte übrigens bei bürgelichen Diskussion genau so unbedacht auf.
Dass es auch anders geht, zeigt ein gutes Beispiel aus Weil am Rhein. Da organisiert seit fünf Jahren der Realschullehrer Gerhard Laux mit seinen Schülern das Fest «Miteinander», bei dem sich Behinderte und Nichtbehinderte mit Alt und Jung, Fremd und Einheimisch treffen und zusammen mehr als ein Fest organisieren. Die jugendlichen Organisatoren strahlen eine Eigenständigkeit und Selbstbestimmung ohne kleinliches Grenzdenken aus, von der man durchaus lernen darf (siehe www.brueckenbauer.de.vu). Ein Chapeau über die Grenzen!
Resultat der Umfrage: Politik SPATZ 08/08
Die Frage lautete: Wie wichtig sind für Sie die Grenzen in der Region?
- Die Grenzen gehören alle abgeschafft 56 %
- Freier Personen- und Warenverkehr ist nötig 33 %
- Die Grenzen schützen unsere Wirtschaft 11 %
- Landes- und Kantonsgrenzen mit Zoll bitte0 %











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