Portugiesischer Frühling bei den Totenkopfäffchen
Gerade rechtzeitig zur Fortpflanzungszeit hat die Gruppe Totenkopfäffchen im Zoo Basel männlichen Zuwachs aus Portugal erhalten. Der dreizehnjährige Luis hat sich gleich vom ersten Tag an mit Schwung ins Paarungsgeschehen geworfen und lässt die Hoffnung auf den in den letzten Jahren ausgebliebenen Kindersegen wachsen.
Der aus Portugal stammende Totenkopfäffchen-Mann Luis ist gerade noch rechtzeitig Mitte Dezember 2008 in Basel eingetroffen, denn Saimiris, wie die Totenkopfäffchen auch genannt werden, zeigen eine saisonale Fortpflanzung. Luis’ durch die Pfleger gekonnt begleitete Integration in die aus sieben Weibchen im Alter von 3 bis 15 Jahren bestehende Gruppe vollzog sich nicht nur ohne grössere Spannungen, geschickt wurde über eine stufenweise Annäherung auch die Paarungsbereitschaft der Weibchen stimuliert. Bereits Stunden nach dem eigentlichen Zusammenlassen der Tiere kam es zu den ersten Paarungen. Mit Nachwuchs ist noch in diesem Sommer zu rechnen.
Totenkopfäffchen kommen im südamerikanischen Regenwald von Bolivien über das obere Amazonasbecken bis nach Peru vor. Sie leben in Grossgemeinschaften von gegen hundert Tieren, in denen die in Untergruppen organisierten Weibchen den sozialen Kern bilden. Die männlichen Tiere leben eher in der Peripherie. In der Affenverwandtschaft ungewöhnlich ist die saisonale Paarungszeit, auf die hin sich unter den geschlechtlich aktiven Männchen eine ausgesprochene Rivalität entfaltet. Die dominanten Tiere legen sich einen riesigen Fettvorrat an und können bis zu 200 Gramm schwerer als ihre Partnerinnen werden – der sogenannte «fatted male»-Zustand. In dieser Zeit sind sie überaktiv, zeigen ausgeprägtes Aggressionsverhalten und markieren ihr Territorium mit Urinduftmarken. Die Weibchen ihrerseits haben auffallend kurze und zeitgleiche Zyklen und kommen alle 8 bis 12 Tage in Hitze. Die Tragzeit liegt bei etwas über fünf Monaten, so dass die Jungtiere in die an Insekten und anderen Kleintieren reiche, ausgehende Regenzeit hinein geboren werden.
Totenkopfäffchen sind in der Roten Liste der I U C N (World Conservation Union) als nicht gefährdet aufgeführt. Die Bestände sind dennoch abnehmend. Der Zoo Basel beteiligt sich am Erhaltungszuchtprogramm (E E P) der E A Z A (European Association of Zoos and Aquaria). Daran wirken über 50 Institutionen mit mehr als 600 Tieren mit.
Ein Fisch geht an Land
Die südamerikanischen Spritzsalmler verdanken ihren Namen einer höchst ungewöhnlichen Fortpflanzungsweise. Sie springen beim Laichen nach oben und kleben ihre Eier an die trockenen Blattunterseiten von Sumpfpflanzen. Die Männchen benetzen danach die Eier mit gezielten Schwanzschlägen. Neu sind die spannenden Fischchen wieder im Vivarium im Zoo Basel anzutreffen.
Spritzsalmler springen nach kurzem Balzen paarweise durch die Wasseroberfläche an die Luft. Sie landen auf der Unterseite herabhängender Pflanzenblätter, wo sie für einige Sekunden haften bleiben. In dieser kurzen Spanne legt das Weibchen zwischen fünf und acht Eier ab. Das Männchen befruchtet diese sofort. Nachher fallen beide wieder ins Wasser zurück und wiederholen die Laichsprünge solange, bis hunderte von Eiern an ihrem vor Fressfeinden sicheren Ort angeklebt sind.
Damit hat das Weibchen seinen Job jetzt erfüllt, nicht so das Männchen: Es bleibt unter den Eiern im Wasser stehen und hat nun die Aufgabe, sie fortwährend mit kräftigen Flossenschlägen mit Wasser zu bespritzen, damit sie nicht austrocknen. Nach einigen Tagen schlüpfen die Jungen aus ihren Eihüllen und fallen ins Wasser. Von nun an sind sie auf sich allein gestellt.
Spritzsalmler sind fünf bis acht Zentimeter kleine, unscheinbare Fische aus Südamerika. Sie leben in Gruppen oder paarweise in ruhigen, pflanzenreichen Bächen und Seitenarmen im Unterlauf des Amazonas, des Orinoco und in Guyana. Junge Fische und Fischeier leben gefährlich. Sie sind langsam, und sie sind schutzlos den vielen Fressfeinden ausgesetzt. In Südamerika finden sich deshalb bei Fischen raffinierte Methoden, mit Brutpflege die Sterblichkeit von Jungfischen zu reduzieren. Im Zoo Basel sind die Spritzsalmler im Aquarium Nummer 28 zu sehen.












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