Sportveranstalter des Monats März 2010

«Wir wollen unser hohes Level halten»
Christian Wackernagel (47) ist Turnierdirektor des Wilson Badminton Swiss Open. Dieses findet vom 16. bis 21. März 2010 in der St. Jakobshalle statt. Erwartet werden rund 20′000 Zuschauer.
SPATZ: Christian Wackernagel, wie wird wohl Ihre Gefühlslage während des diesjährigen Wilson Badminton Swiss Open sein?
Christian Wackernagel: Es wird eine Mischung aus Freude und Stolz sein. Schliesslich kann man nicht jedes Jahr Jubiläum feiern. Die 20. Ausgabe des Swiss Open ist schon etwas Besonderes, und deshalb haben wir uns auch ein paar zusätzliche Attraktionen ausgedacht.
Nämlich?
Zum Beispiel eine Ausstellung zusammen mit dem Sportmuseum Schweiz, welche die Geschichte des Badminton darstellt. Damit schliesst sich übrigens ein Kreis, denn am allerersten Swiss Open haben wir ebenfalls mit dem Sportmuseum zusammengearbeitet. Freuen darf man sich auch auf unsere Jubiläumsbroschüre. Für diese haben wir uns durch rund 100 Schachteln mit allerlei Material zum Swiss Open durchgewühlt.
Was ist dabei zum Vorschein gekommen?
Viel Interessantes, das wir längst wieder vergessen hatten. Etwa Bilder zum Auftritt von Rolf Knie, der seine Badminton-Zirkus-Nummer zum Besten gab.
Was haben Sie sich nebst Ausstellung und Broschüre sonst noch als zusätzliche Attraktion für Ihr Turnier ausgedacht?
Das eine oder andere war schon noch geplant, ist jetzt jedoch aus Kostengründen nicht möglich. Weil die Uhren- und Schmuckmesse den ursprünglich abgemachten Termin verschob, finden unsere Veranstaltungen jetzt in derselben Woche statt. Für uns bedeutet das, dass wir für rund 400 Spieler, Betreuer und Funktionäre Unterkünfte in Zürich buchen mussten. Dadurch steigen die Kosten für Transport, Catering und eine Player’s Lounge, denn die Spieler können ja jetzt nicht mehr zwischendurch mal ins Hotel zurück. Wir hätten dieses Geld lieber fürs Jubiläum ausgegeben.
20 Jahre Wilson Badminton Swiss Open – auf was sind Sie besonders stolz?
Dass wir ein solch hohes Level erreicht haben. Unser Turnier zählt längst zur Crème de la Crème im Weltbadminton. Zu uns kommen stets die besten Spieler der Welt, und wir haben immer mehr Zuschauer. Letztes Jahr waren es bereits 20′000 Badmintonfans. Auch bezüglich der Infrastruktur haben wir eine unglaubliche Entwicklung hinter uns. Die ersten drei Jahre fanden ja noch in der Kleinen Sporthalle St. Jakob statt. Da mussten wir auf die Finalspiele hin eine Nachtschicht einlegen, um eine Tribüne für 1500 Zuschauer zu errichten. Schön, dass wir das heute nicht mehr machen müssen.
Ihr Highlight in all den Jahren?
Da möchte ich nicht ein einzelnes Ereignis nennen. Mein persönliches Highlight ist vielmehr, wie sich vom Organisationsteam her alles positiv entwickelt und eingespielt hat. Jeder weiss genau, was er zu tun hat und unternimmt alles, damit die Zuschauer in den Genuss eines perfekten Badmintonturniers kommen. Die verschiedenen Ressorts funktionieren bestens, und die Stimmung ist auch immer sehr gut. Deshalb bleiben all die vielen Helfer uns auch so lange treu. Und wenn einer mal geht, dann immer im Frieden. Das finde ich schön.
Was streben Sie für die Zukunft noch an?
Dass wir diesen hohen Standard bewahren und punktuell verbessern können, wenn es die Finanzen zulassen. Dann wäre schon viel erreicht. Die technische Entwicklung war ja rasend. In den ersten Jahren nahmen wir die Auslosung noch auf Papier vor, das war äusserst mühsam. Heute machen wir das alles per Computer. Toll fände ich es, wenn wir irgendwann eine Boxarena-Stimmung in die Halle zaubern könnten: Da sitzen die Zuschauer im Halbdunkeln, dafür sind die Courts beleuchtet. Freuen würde ich mich auch, wenn einer aus der Region zu einer richtig grossen Badminton-Karriere durchstarten würde. Das würde das Interesse für das Turnier sicherlich nochmals steigern.
Spielen Sie eigentlich selber Badminton?
Eigentlich fast nicht mehr – kniebedingt. Der Arzt hat mir nach einer Untersuchung tief in die Augen geschaut und gesagt: Herr Wackernagel, Sportarten mit «stop and go» sind ab sofort tabu! Jetzt gehe ich eben spazieren, wandern, skifahren und schwimmen. Das ist zwar auch schön, kommt aber an Badminton mit seiner Dynamik und seinem Spielwitz bei weitem nicht heran.










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