Hier kommt der «Evoluzzer»
Fahrbericht
Fiat Punto Evo 1,4 MultiAir Turbo
Was lanciert eine Marke oder eine Modellreihe so richtig forsch? Das Design? Ja. Ein Revival einer Tradition? Ja. Sehr überzeugendes Preis-/Leistungsverhältnis? Ja. Und… natürlich eine Motorenvariante, verbunden mit einem Gesamtkonzept, das genau den Zeitgeist trifft. Fiat könnte mit dem neuen Punto «Evo» (für «Evolution») für seinen Markt eine kleine «(R)-Evolution» auslösen.
Ob in hellen Farben, in Metallisé oder in pechschwarz: Das neue Design beim Punto Evo passt und vermittelt einen bulligen, kräftigen und sehr sportlichen Eindruck. Auch im Intérieur wurde sorgfältig, aber auch sehr bewusst mit den Elementen und den Materialien gespielt. Es wurde nicht geklotzt, aber sehr bewusst ein sportliches Zeitgeist-Design gewählt, das aber auch an die traditionellen transalpinischen Auto-Intérieurs aus den 50er Jahren erinnert. Natürlich erübrigt sich die Bemerkung, dass alle Instrumente und vorhandenen Features auf die heutigen Bedürfnisse zugeschnitten sind und fast alle Wünsche befriedigen (wie zum Beispiel das Bluetooth-Blue&Me-System und die vorhandene USB-Verbindung). Der erste Eindruck vermittelt erst mal Vorfreude auf die Testfahrt. Und erst recht, wenn man weiss, dass es sich beim Modell 1,4 MultiAir Turbo mit 135 PS um einen Motor handelt, der eine besondere Behandlung verdient. Dazu aber später noch mehr.
Viele Features
Sehr auffällig bei der Karrosserie ist die sportliche Heckform. Generell liegt es seit einigen Jahren im Trend, dass man versucht, grosse C-Säulen so zu bauen, dass die Glasflächen nicht zu klein werden. Diese zwei Aspekte sind die Lieblingsherausforderungen der Designer. Beim Evo ist es mit der Sicht nach schräg hinten nicht so schlecht bestellt wie bei einigen Konkurrenzprodukten. Nach vorn ist die Übersicht ebenfalls sehr gut.
Das Platzangebot und die Variabilität des Fiat liegen auf dem Niveau dieser Autosegment-Gruppe. Der Kofferraum ist gut nutzbar, wenn auch aufgrund der Karrosserieform für das Aufladen schwerer Gegenstände vielleicht etwas hoch geraten. Aber dieser Kompromiss wird vom Zielpublikum lieber in Kauf genommen als eine langweilige Heckpartie. Die Sitze lassen sich einzeln abklappen. In den Gepäckraum passen mindestens 275 Liter. Maximal bringt man bei abgeklappten Rücksitzen 1030 Liter ins Gepäckabteil.
Der Evo bietet aber auch vor allem beim Cockpit viele Features, die sehr nützlich sind. Einerseits lässt sich mit einem kurzen Impuls der Blinker tätigen, der nach fünf Anzeigen automatisch wieder ausgeht, andererseits hat Fiat mit TomTom ein richtig interessantes Navigationssystem entwickelt. Die Option «Vorbereitung für tragbares Navigationssystem» kann kostenlos bestellt werden; ein nachträglicher Einbau wäre nur mit grossem Aufwand möglich. Nach wie vor kann man per Blue&Me zum Beispiel auch das Handy koppeln oder sich Tipps für sparsames Fahren anzeigen lassen.
In Sachen Sicherheit lässt sich Fiat auch nichts vorwerfen. Sieben Airbags, ESP und Gurtstraffer samt Gurtkraftbegrenzer können durch weitere Systeme wie eine Reifendruckkontrolle erweitert werden. Der neue Fiat Punto Evo will also auch mit sehr vielen serienmässigen Elementen und Zubehör punkten, aber auch mit so vielen Optionen wie möglich auffahren.
Der Motor – das Highlight!
Aber das Highlight an diesem Auto ist eindeutig der Motor. Wir haben die Variante 1,4 MultiAir Turbo mit 135 PS gefahren. Erster Eindruck: Stark, kräftig und zügig in den unteren Gängen und … durch das MultiAir-System ein kleines Wunder im Bereich des optimalen Drehmomentes. Egal, welche Drehzahl gerade ansteht – der Punto Evo bekommt immer noch eine zweite Luft, wenn man ordentlich aufs Gaspedal tritt. So trägt der Punto Evo die Bezeichnung MultiAir zu Recht. Die 135 PS des sogenannten Downsize-Turbomotors (Downsizingmotoren beinhalten Triebwerke mit kleinem Zylindervolumen, dafür Aufladung per Turbolader oder Kompressor) lassen eine spritzige Fahrt in den unteren Gängen zu und schwächeln zudem auch nicht bei niedriger Drehzahl. Die Leistungsentfaltung überzeugt. Einmal in Fahrt, hat der Punto Evo «immer Druck». Bereits ab 2000 Umdrehungen zieht das Triebwerk enorm kraftvoll durch. In guten 8,9 Sekunden hat der Evo Turbo bis auf 100 km/h beschleunigt. Sehr gut ist die Tatsache, dass die Fahrweise den Kraftstoffverbrauch mit beeinflussen kann. Gemäss Werk muss man 5,6 Liter auf 100 Kilometer (4,6 ausserstädtisch, 7,3 urban) rechnen. Aber dieser Wert ist mit dem Fahrstil immer leicht nach oben oder unten zu drücken.
Ein «Spassauto», das Sinn macht
Nach der Testfahrt ist zu sagen: Der Evo macht Spass auf mehr. Nicht nur wegen des durchzugsstarken Motors, des angenehmen Fahrwerk-
setups oder der Möglichkeit der «spielerischen Fahrweise», sondern auch wegen der angenehmen ergonomischen Struktur der sportlichen Vordersitze und der Beinfreiheit für die Mitfahrer/innen.
Die Preise bewegen sich von 17′400 für die Comfortline-Basismodelle mit drei Türen (18′100 Franken für den Fünftürer) bis zu 27’990 Franken für den von uns gefahrenen Evo 1,4 MultiAir Turbo mit 135 PS in der «Sportline»-Reihe. Noch etwas teurer ist der 1,6 Multi-Jet 120 PS (DPF) mit 29′150 Franken. Der Preis ist also nicht völlig überrissen für ein ausgewogenes Auto mit vielen Extras.
Der Testwagen Fiat Punto
Evo 1,4 MultiAir Turbo wurde zur Verfügung gestellt von:
Garage Plattner AG
Winkelriedplatz 8
4053 BaselTelefon 061 361 90 90
Fax 061 361 90 30
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